Wiki

Cognitive

DSIP

Auch: Delta Sleep-Inducing Peptide · Schlaf-Peptid · WAGGDASGE · Schoenenberger-Monnier-Peptid

Endogenes Schlaf-Neuropeptid — Tiefschlaf, Cortisol-Dämpfung und HPA-Achsen-Beruhigung.

Begrenzte EvidenzSchlafqualitätStress ↓Cortisol-RegulationSchmerzlinderung

Wichtige Sicherheitshinweise

  • Wirksamkeitsdaten überwiegend aus osteuropäischen Klinikstudien der 80er-2000er — moderne, große RCTs fehlen.
  • Bei niedrigem Blutdruck oder gleichzeitiger Einnahme blutdrucksenkender Medikamente vorsichtig titrieren.

Was ist das?

DSIP (Delta Sleep-Inducing Peptide) ist ein endogenes Neuropeptid mit neun Aminosäuren (Sequenz WAGGDASGE), das 1977 von Schoenenberger und Monnier aus dem zerebralen Venenblut elektrisch stimulierter, schlafender Kaninchen isoliert wurde. Es kommt im menschlichen ZNS, in der Hypophyse und im peripheren Plasma vor. Die meisten klinischen Daten stammen aus osteuropäischen Studien der 1980er-2000er — eingesetzt bei chronischer Insomnie, Alkohol- und Opioid-Entzug, opioid-induzierter Hyperalgesie und stressbezogenen Schlafstörungen. Trotz endogener Natur und über 40 Jahren Forschung ist DSIP nicht klinisch zugelassen — moderne, große RCTs fehlen.

Wie wirkt es?

DSIP ist mechanistisch eher ein „Schalter“ als ein „Sedativum“: Es bindet nicht an einen einzelnen klassischen Rezeptor, sondern moduliert mehrere Systeme parallel — Dämpfung der HPA-Achse (Senkung von CRH, ACTH und Cortisol), Modulation von GABA-A (mild antikonvulsiv), Beeinflussung des serotonergen und opioidergen Systems (β-Endorphin-Freisetzung), Reduktion von Somatostatin (sekundär GH-permissiv) und schwache Synchronisation der Suprachiasmatischen Kerne (circadiane Achse). Die Plasma-Halbwertszeit beträgt nur etwa 7 Minuten — das passt nicht zur stundenlangen Wirkung und legt nahe, dass DSIP primär als Trigger Downstream-Kaskaden anstößt, statt selbst lange aktiv zu sein. Macht NICHT direkt schläfrig wie Benzodiazepine; verbessert die Architektur des Schlafs (mehr Delta-Wellen, weniger Aufwachphasen).

Effekte

Tieferer Schlaf

Fördert Delta-Wellen (NREM3) — den erholsamsten Schlafanteil; weniger nächtliche Wachphasen.

Cortisol ↓

Senkt den nächtlichen Cortisol-Spiegel und flacht das Tagesprofil; HPA-Achsen-Dämpfung.

Einschlafen erleichtert

Verkürzt die Einschlaflatenz, vor allem bei stressbedingter Insomnie.

Stresstoleranz ↑

Über Wochen messbare Dämpfung der HPA-Überaktivität bei chronischem Stress.

GH-Pulse nachts leicht verstärkt

Sekundär über Somatostatin-Reduktion — sanfter GH-Effekt ohne direkte Hypophysen-Stimulation.

Antinozizeptiv

Schmerzlinderung bei chronischen Zuständen — in osteuropäischen Studien bei opioid-induzierter Hyperalgesie eingesetzt.

Hilfe bei Alkohol-/Opioid-Entzug

Russische Klinikdaten: weniger Entzugs-Insomnie und vegetative Symptome.

Was du wann erwarten kannst

  1. Nacht 1

    Akut spürbar

    Viele berichten bereits in der ersten Nacht tieferen, weniger fragmentierten Schlaf.

  2. Nacht 1–3

    Konsolidierung

    Schlafarchitektur stabilisiert sich; Aufwachen mit klarerem Kopf.

  3. Woche 1–2

    Rhythmus stabilisiert sich

    Circadianer Rhythmus normalisiert sich, Schlafqualität verbessert sich konsistent.

  4. Woche 3–4

    Cortisol-Profil flacher

    Tagesprofil von Cortisol wird messbar ausgeglichener; subjektiv weniger Stress-Reaktivität.

Nebenwirkungen

leicht

Sehr gut verträglich

leicht

Reaktion an Einstichstelle

leicht

Selten: Tagesmüdigkeit

Wenn Dosis zu hoch oder zu früh am Abend genommen.

mittel

Paradoxe Insomnie bei Überdosierung

Über ~500 µg s.c. berichten manche schlechtere statt besserer Nacht.

leicht

Milde Hypotonie

Über HPA-/Sympathikus-Dämpfung — bei niedrigem Ausgangsdruck beachten.

mittel

Moderne RCT-Datenlage fehlt

Fast alle Wirksamkeitsdaten aus osteuropäischen Studien der 80er-90er.

Gut kombinierbar mit

Häufige Fragen

Macht DSIP abhängig?

Nein. Kein bekanntes Abhängigkeitspotenzial — weder psychisch noch physisch. Es wird sogar in osteuropäischen Protokollen GEGEN Entzugs-Insomnie (Alkohol, Opioide) eingesetzt. Das ist einer der Hauptgründe, warum es als Schlaf-Tool gegenüber Benzodiazepinen und Z-Drugs interessant ist.

Wie unterscheidet es sich von Melatonin?

Melatonin signalisiert primär „es ist Nacht“ (circadianes Signal aus der Zirbeldrüse) und wirkt eher auf die Einschlaflatenz. DSIP wirkt auf die Schlafarchitektur (mehr Delta) und dämpft die Stress-Achse. Kombination ist möglich, aber DSIP ersetzt eher unphysiologisch hohe Melatonin-Dosen, die viele Anwender unnötig nehmen.

Warum wirkt DSIP stundenlang, obwohl die Halbwertszeit nur 7 Minuten ist?

Weil DSIP nicht direkt sediert, sondern als Trigger Downstream-Kaskaden anstößt — Cortisol-Suppression, GABA-A-Modulation, Endorphin-Freisetzung, circadiane Synchronisation. Diese Effekte überdauern das Peptid selbst um Stunden. Praktisch heißt das auch: einmalige Abendgabe reicht; mehrfache Gaben pro Nacht bringen nichts.

Bildungs- & Harm-Reduction-Information, keine medizinische Beratung. Sprich vor Beginn, Dosisänderung oder bei Nebenwirkungen mit qualifiziertem medizinischem Fachpersonal.

Tracke dein Protokoll mit Klarheit

Aus dem Wiki direkt zum eigenen Logbuch: Dosen loggen, Laborwerte tracken, Zyklen reflektieren — kostenlos, ohne Kreditkarte, auf jedem Gerät.

Kostenlos starten