Pigmentation
Melanotan II
Auch: MT-2 · MT-II · Melanotan 2
Bräunungs-Peptid mit Bonus-Libido — kräftige Tan-Wirkung, aber mit Vorsicht.
Die meisten hier beschriebenen Substanzen sind in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen oder verschreibungspflichtig. Dieser Eintrag informiert redaktionell; keine Anwendungsempfehlung, keine medizinische Beratung.
Intranasale Anwendung: bisher nur in Tierstudien beschrieben, keine Daten am Menschen.
Untersuchte Anwendungsfelder
Hautbräunung mit weniger Sonne, zusätzlich Libido-/Appetit-Effekte. Kräftig wirksam, aber mit relevanten Sicherheitsbedenken (Muttermale/Melanom).
Was ist das?
Melanotan II ist ein synthetisches Analog des Melanozyten-stimulierenden Hormons (α-MSH). Es regt die Melaninproduktion an → die Haut bräunt mit deutlich weniger UV-Exposition. Als nicht-selektiver Melanocortin-Agonist hat es zusätzlich Libido- und Appetit-dämpfende Effekte.
Wie wirkt es?
Es aktiviert Melanocortin-Rezeptoren: über MC1R die Melaninsynthese in der Haut (Bräunung), über MC4R sexuelles Verlangen (wie PT-141) und Appetitregulation. Die Bräune entsteht durch echte Melaninbildung, nicht durch Farbstoff — sie bietet einen gewissen, aber unvollständigen UV-Schutz.
Berichtete Effekte
Kräftige Bräunung
Deutliche Hautbräunung mit reduzierter Sonnenexposition; hält wochenlang.
Libido ↑
MC4R-Effekt wie bei PT-141 — erhöhtes sexuelles Verlangen.
Appetit ↓
Leicht appetithemmend (Melanocortin-Effekt).
Beschriebener zeitlicher Verlauf
Pharmakokinetik
Plasma-t½ Stunden, aber die Bräunung baut sich kumulativ auf und hält über Wochen.
Nebenwirkungen
Übelkeit/Flush
Vor allem zu Beginn/bei höherer Dosis; abends dosieren, niedrig starten.
Spontane Erektionen/Libido
MC4R-Effekt; bei Männern häufig, v. a. anfangs.
Dunklere Muttermale/neue Pigmentflecken
Muttermale werden dunkler, neue Flecken/Sommersprossen möglich.
Melanom-Bedenken
Veränderte/dunklere Läsionen müssen dermatologisch überwacht werden — Hautkrebs-Risiko ernst nehmen.
Wechselwirkungen
- Additiver Melanocortin-Effekt mit PT-141 (nicht zusammen)
- Blutdruck beachten
Monitoring & Laborwerte
- Regelmäßige Hautkontrolle/Muttermal-Check (Dermatologe!)
- Blutdruck
- Übelkeit/Verträglichkeit
Kombination
Eine Kombination mit PT-141 wird wegen der additiven MC4R-Wirkung (Übelkeit, Blutdruckabfall) nicht beschrieben. Für MT-II selbst werden beide Effekte, Pigmentierung und Libido, berichtet.
Häufige Fragen
Ist Melanotan II sicher zum Bräunen?
Als sicher lässt es sich nicht einstufen: Es verdunkelt Muttermale und kann neue Pigmentläsionen hervorrufen, weshalb das Melanom-Risiko ernst genommen und die Haut dermatologisch überwacht werden muss. Wer viele oder atypische Muttermale oder ein Melanom-Risiko hat, sollte die Finger davon lassen.
Melanotan I oder II?
MT-II bräunt stärker und hat zusätzlich Libido-/Appetit-Effekte, aber mehr Nebenwirkungen (Übelkeit, dunklere Muttermale). MT-I (Afamelanotid) ist selektiver, milder und gilt als sicherer fürs reine Bräunen — dafür schwächer und ohne die 'Bonus'-Effekte.
Rechtslage & Sport
DE/EU: nicht zugelassen, Forschungschemikalie — Verkauf als Bräunungsmittel ist illegal/abgemahnt. USA 2026: Melanotan II bleibt voraussichtlich restriktiv (nicht freigegeben). WADA: nicht spezifisch gelistet.
Quellen & Studien
- Habbema et al. 2017, Übersicht zu den Risiken der unregulierten Anwendung von Melanotan I und IIInternational Journal of Dermatology
- Wessells et al. 2000, randomisierte placebokontrollierte Crossover-Studie zu Erektion und sexuellem Verlangen unter Melanotan IIUrology
- Hjuler et al. 2014, Fallbericht eines Melanoms nach Melanotan-II-AnwendungDermatology
- Nelson et al. 2012, Fallbericht systemischer Toxizität mit Rhabdomyolyse nach Melanotan-II-InjektionClinical Toxicology
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Rechtlicher Status: Viele der im Wiki beschriebenen Substanzen sind in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen oder verschreibungspflichtig. Erwerb, Einfuhr und Besitz können nach AMG bzw. AntiDopG strafbar sein; für Sportler sind viele Substanzen WADA-dopingrelevant. Dieser Eintrag informiert redaktionell und fordert nicht zu Erwerb oder Anwendung auf.
Bildungs- & Harm-Reduction-Information, keine medizinische Beratung. Sprich vor Beginn, Dosisänderung oder bei Nebenwirkungen mit qualifiziertem medizinischem Fachpersonal.