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Dihexa

Auch: N-hexanoic-Tyr-Ile-(6) aminohexanoic amide · PNB-0408

Experimentelles Peptid aus der Alzheimer-Forschung; in Tiermodellen mit Synapsenbildung assoziiert, Humandaten fehlen.

Begrenzte EvidenzSynaptogeneseGedächtnis

Die meisten hier beschriebenen Substanzen sind in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen oder verschreibungspflichtig. Dieser Eintrag informiert redaktionell; keine Anwendungsempfehlung, keine medizinische Beratung.

Wichtige Sicherheitshinweise

  • •Der verbreitete Potenzvergleich mit BDNF geht auf Benoist et al. 2014 zurück, eine zurückgezogene Publikation (Retracted Publication). Er ist damit kein belastbarer Beleg.
  • •Wirkt über den HGF/c-Met-Weg — c-Met ist auch in vielen Tumoren aktiv → theoretisches Krebs-Bedenken (Vorsicht bei Tumorrisiko).

Gegenanzeigen

Aktive Krebserkrankung / Tumorrisiko (c-Met-Weg)Schwangerschaft/Stillzeit

Untersuchte Anwendungsfelder

Kognition und Gedächtnis, Synapsen-Neubildung. Die Datenlage besteht aus Tiermodellen, Humandaten fehlen, und über den c-Met-Weg besteht ein theoretisches Krebs-Bedenken.

Was ist das?

Dihexa ist ein sehr potentes nootropisches Peptid, abgeleitet von Angiotensin IV. Es fällt durch eine außergewöhnliche Fähigkeit zur Synaptogenese (Bildung neuer Synapsen) auf und wurde im Kontext von Alzheimer-Forschung entwickelt. Es ist oral aktiv und passiert die Blut-Hirn-Schranke.

Wie wirkt es?

Es verstärkt das HGF/c-Met-System im Gehirn (Hepatocyte Growth Factor und sein Rezeptor c-Met), das die Bildung und Stabilisierung von Synapsen steuert. McCoy et al. 2013 beschreiben im Tiermodell eine Förderung der Synaptogenese. Der oft zitierte Potenzvergleich mit BDNF stammt dagegen aus Benoist et al. 2014; diese Arbeit wurde von der Fachzeitschrift zurückgezogen (Retracted Publication) und ist damit kein Beleg. Die c-Met-Aktivierung ist zugleich der Grund für das theoretische Krebs-Bedenken.

Berichtete Effekte

Synaptogenese

Bildung neuer Synapsen — Grundlage für Lernen/Gedächtnis (Tiermodell).

Gedächtnis/Kognition

In präklinischen Modellen deutliche kognitive Verbesserung.

Neuroprotektion/Regeneration (theoretisch)

Potenzial bei neurodegenerativen Prozessen (Alzheimer-Forschung).

Beschriebener zeitlicher Verlauf

  1. Tage

    Subtil bis spürbar

    Manche berichten innerhalb von Tagen kognitive Effekte (anekdotisch).

  2. Wochen

    Synaptische Effekte

    Strukturelle Effekte (Synapsen) brauchen theoretisch länger.

Pharmakokinetik

Halbwertszeitrelativ lang für ein kleines Peptid (oral aktiv, ZNS-gängig)
Akkumulationunklar
Steady-Stateunklar
Kurvencharaktersteady

Oral aktiv und blut-hirn-gängig (ungewöhnlich) — aber Human-PK kaum charakterisiert.

Nebenwirkungen

leicht

Kopfschmerz/Überstimulation

Bei zu hoher Dosis kognitive Überreizung/Kopfschmerz möglich (anekdotisch).

selten / ernst

Theoretisches Krebs-Bedenken

c-Met-Aktivierung ist auch ein Tumor-Wachstumsweg — bei Tumorrisiko meiden.

mittel

Unbekanntes Profil

Sehr wenig Humandaten; seltene/Langzeit-Nebenwirkungen unbekannt.

Wechselwirkungen

  • Unklar mangels Daten
  • Theoretisch mit anderen Wachstumsfaktor-Stoffen additiv (Vorsicht)

Monitoring & Laborwerte

  • Kognition/Stimmung-Tagebuch
  • Bei jeglichem Tumorrisiko ärztliche Abklärung/meiden
  • Keine etablierten Routine-Labore

Erwähnte Kombinationen

Theoretisch mit Semax (BDNF/NGF) als kognitiver Stack denkbar, aber wegen Potenz/Datenlage nur sehr vorsichtig.

Häufige Fragen

Stimmt es, dass Dihexa viel stärker als BDNF ist?

Diese Angabe geht auf Benoist et al. 2014 zurück. Die Arbeit wurde von der Fachzeitschrift zurückgezogen (Retracted Publication), ihre Ergebnisse sind damit nicht zitierfähig. Belegt bleibt aus McCoy et al. 2013 eine Förderung der Synaptogenese im Tiermodell, ohne Potenzvergleich mit BDNF. Wer nach einer Quelle für den Vergleich sucht, findet derzeit nur die zurückgezogene Arbeit.

Ist das Krebs-Bedenken real?

Es ist theoretisch, aber ernst zu nehmen: Dihexa wirkt über den HGF/c-Met-Signalweg, der auch das Wachstum vieler Tumoren antreibt. Solange Humandaten fehlen, sollte man es bei jeglichem Krebsrisiko meiden.

Rechtslage & Sport

DE/EU: nicht zugelassen, Forschungschemikalie. WADA: nicht spezifisch gelistet. Einordnung: potentestes, aber datenärmstes 'echtes' Nootropikum hier.

Quellen & Studien

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Rechtlicher Status: Viele der im Wiki beschriebenen Substanzen sind in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen oder verschreibungspflichtig. Erwerb, Einfuhr und Besitz können nach AMG bzw. AntiDopG strafbar sein; für Sportler sind viele Substanzen WADA-dopingrelevant. Dieser Eintrag informiert redaktionell und fordert nicht zu Erwerb oder Anwendung auf.

Bildungs- & Harm-Reduction-Information, keine medizinische Beratung. Sprich vor Beginn, Dosisänderung oder bei Nebenwirkungen mit qualifiziertem medizinischem Fachpersonal.

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