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Pigmentation

Melanotan I

Auch: MT-1 · Afamelanotid · Melanotan 1

α-MSH-Analog mit selektiver MC1R-Wirkung; als Afamelanotid in der EU für eine seltene Lichterkrankung zugelassen und verschreibungspflichtig.

Moderate EvidenzBräunungPhotoprotektion

Die meisten hier beschriebenen Substanzen sind in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen oder verschreibungspflichtig. Dieser Eintrag informiert redaktionell; keine Anwendungsempfehlung, keine medizinische Beratung.

Wichtige Sicherheitshinweise

  • •Wirkt selektiver (v. a. MC1R) als MT-II; auch hier sind dunklere Muttermale und neue Pigmentläsionen möglich, Hautkontrolle bleibt wichtig.
  • •Als Afamelanotid für die erythropoetische Protoporphyrie (EPP) zugelassen (verschreibungspflichtig); außerhalb dieser Indikation nicht zugelassen.

Gegenanzeigen

Melanom-Risiko/-Anamnese (Vorsicht, Hautkontrolle)Schwangerschaft/Stillzeit

Untersuchte Anwendungsfelder

Untersuchtes Anwendungsfeld: erythropoetische Protoporphyrie (EPP); dafür ist Afamelanotid in der EU zugelassen. Außerhalb dieser Indikation wird die Anwendung zur Pigmentierung beschrieben, kontrollierte Daten dazu fehlen.

Was ist das?

Melanotan I (Afamelanotid) ist ein α-MSH-Analog, das selektiver auf den Pigment-Rezeptor (MC1R) wirkt als MT-II. Es bräunt die Haut und schützt sie vor Lichtschäden. Als Arzneimittel ist es für Menschen mit einer seltenen, schmerzhaften Lichtunverträglichkeit (EPP) zugelassen.

Wie wirkt es?

Es aktiviert vor allem den MC1R-Rezeptor und steigert so gezielt die Produktion von Eumelanin (dem dunklen, schützenden Pigment). Dadurch bräunt die Haut und wird widerstandsfähiger gegenüber UV-/Lichtschäden. Da es kaum MC4R aktiviert, fehlen die starken Libido-/Übelkeits-Effekte von MT-II weitgehend.

Berichtete Effekte

Bräunung

Fördert Eumelanin → Hautbräunung, milder/gleichmäßiger als MT-II.

Photoprotektion

Erhöht die Lichttoleranz der Haut (Grundlage der EPP-Zulassung).

Weniger Nebenwirkungen

Kaum Libido-/Appetit-Effekte, weniger Übelkeit als MT-II.

Beschriebener zeitlicher Verlauf

  1. Tage–1 Woche

    Aufbau

    Bräunung baut sich mit etwas UV über Tage auf.

  2. Wochen

    Anhalten

    Bräune/Photoprotektion über Wochen; in der zugelassenen Implantat-Form länger.

Pharmakokinetik

HalbwertszeitStunden (Injektion); Implantat setzt über Tage frei
AkkumulationPigment kumulativ
Steady-StateBräune über Wochen
Kurvencharakterpulsatile

Injiziert kurzer t½; das zugelassene Implantat gibt über ~Tage kontrolliert ab → stabilere Wirkung.

Nebenwirkungen

leicht

Flush/Einstichstelle

Leichtes Wärmegefühl, lokale Reaktion.

mittel

Dunklere Muttermale/Pigmentierung

Wie alle MSH-Analoga kann es Muttermale dunkler machen — Hautkontrolle sinnvoll.

Wechselwirkungen

  • Keine prominenten Arzneimittel-Interaktionen
  • Weniger MC4R-Effekte als MT-II

Monitoring & Laborwerte

  • Hautkontrolle/Muttermal-Check (Dermatologe)
  • Bräunungsgrad
  • Verträglichkeit

Kombination

Wird in Berichten selten kombiniert und meist allein zu Pigmentierung und Photoprotektion beschrieben. Die MC1R-Selektivität führt laut Berichten zu einem anderen Nebenwirkungsprofil als bei MT-II; systematische Vergleichsdaten fehlen.

Häufige Fragen

Warum gilt MT-I als sicherer als MT-II?

MT-I (Afamelanotid) wirkt selektiver auf den Pigment-Rezeptor MC1R und kaum auf MC4R. Dadurch bräunt es gezielter und hat weniger der MT-II-typischen Nebenwirkungen (starke Übelkeit, spontane Erektionen). Außerdem ist es ein zugelassenes, untersuchtes Medikament.

Gibt es Afamelanotid als zugelassenes Arzneimittel?

Ja. Die zugelassene Arzneiform von Afamelanotid (MT-I) ist ein kleines subkutanes Implantat, das ein Arzt setzt und das den Wirkstoff über Tage kontrolliert freisetzt. Zugelassen ist es für Menschen mit erythropoetischer Protoporphyrie (EPP), einer seltenen, schmerzhaften Lichtunverträglichkeit.

Rechtslage & Sport

DE/EU: Afamelanotid ist als Scenesse (EPP) zugelassen/verschreibungspflichtig; als loses Bräunungs-Peptid (Selbstinjektion) nicht zugelassen, Forschungschemikalie. USA: Scenesse zugelassen. WADA: nicht spezifisch gelistet.

Quellen & Studien

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Rechtlicher Status: Viele der im Wiki beschriebenen Substanzen sind in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen oder verschreibungspflichtig. Erwerb, Einfuhr und Besitz können nach AMG bzw. AntiDopG strafbar sein; für Sportler sind viele Substanzen WADA-dopingrelevant. Dieser Eintrag informiert redaktionell und fordert nicht zu Erwerb oder Anwendung auf.

Bildungs- & Harm-Reduction-Information, keine medizinische Beratung. Sprich vor Beginn, Dosisänderung oder bei Nebenwirkungen mit qualifiziertem medizinischem Fachpersonal.

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