Mitochondrial
SS-31
Auch: Elamipretide · MTP-131
Cardiolipin-bindendes Mitochondrien-Peptid — schützt die innere Membran, stabilisiert die ATP-Produktion.
Die meisten hier beschriebenen Substanzen sind in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen oder verschreibungspflichtig. Dieser Eintrag informiert redaktionell; keine Anwendungsempfehlung, keine medizinische Beratung.
Intranasale Anwendung: in der Literatur nicht beschrieben.
Untersuchte Anwendungsfelder
Mitochondriale Dysfunktion, Herz-/Muskelenergie, Anti-Aging. In den USA als Arzneimittel für die seltene Barth-Krankheit zugelassen — für allgemeine Anti-Aging-Nutzung off-label/Forschung.
Was ist das?
SS-31 (Elamipretide) ist ein Peptid, das sich gezielt an Cardiolipin bindet — ein spezielles Fett in der inneren Mitochondrien-Membran, das mit dem Alter und bei Krankheit beschädigt wird. Es ist das am weitesten entwickelte mitochondriale Peptid und seit 2025 in den USA (für Barth-Syndrom) zugelassen.
Wie wirkt es?
Es lagert sich an Cardiolipin in der inneren Mitochondrien-Membran an und stabilisiert dort die 'Atmungsketten-Komplexe' (die ATP/Energie produzieren). Das verbessert die Effizienz der Energieproduktion und reduziert die Bildung schädlicher reaktiver Sauerstoffspezies (ROS). Resultat: gesündere, leistungsfähigere Mitochondrien.
Berichtete Effekte
Bessere ATP-Produktion
Stabilisiert die Atmungskette → effizientere Energieproduktion in Herz/Muskel.
Weniger oxidativer Stress
Reduziert ROS-Bildung an der Mitochondrien-Membran.
Muskelkraft/-ausdauer
In der Barth-Studie messbar verbesserte Muskelkraft.
Anti-Aging (theoretisch)
Mitochondriale Alterung ist ein zentraler Alterungstreiber.
Beschriebener zeitlicher Verlauf
Pharmakokinetik
Wirkt direkt an der Mitochondrien-Membran; klinischer Effekt kumulativ über Wochen.
Nebenwirkungen
Einstichstelle
Lokale Reaktion.
Kopfschmerz/Müdigkeit
Selten, individuell.
Überempfindlichkeitsreaktion (selten)
Laut Zulassungsdaten selten ernste Hypersensitivität möglich — dann absetzen und ärztlich abklären.
Wechselwirkungen
- Keine etablierten relevanten Arzneimittel-Interaktionen
- Mit anderen mitochondrialen Stoffen (MOTS-c, NAD+) theoretisch additiv
Monitoring & Laborwerte
- Subjektive Energie/Ausdauer
- Bei Herzbeteiligung kardiologische Begleitung
- Keine spezifischen Routine-Labore etabliert
Erwähnte Kombinationen
SS-31 (Membranschutz/ATP) + MOTS-c (AMPK/Stoffwechsel) + NAD+ (Coenzym) = der 'mitochondriale Longevity-Stack'.
Häufige Fragen
Ist SS-31 zugelassen?
Ja, aber nur für eine sehr seltene Erkrankung: Seit September 2025 ist Elamipretide in den USA zur Behandlung des Barth-Syndroms zugelassen. Für allgemeine Anti-Aging-/Performance-Zwecke ist die Nutzung off-label bzw. experimentell.
Was macht Cardiolipin so wichtig?
Cardiolipin ist ein Fett in der inneren Mitochondrien-Membran, das die Energie-produzierenden Komplexe zusammenhält. Mit dem Alter und bei Krankheit wird es geschädigt → ineffiziente Energieproduktion + mehr oxidativer Stress. SS-31 stabilisiert es gezielt.
Rechtslage & Sport
USA: als Forzinity (Elamipretide) seit 09/2025 für Barth-Syndrom zugelassen (Patienten ≥30 kg). DE/EU: für Barth/allgemein nicht breit zugelassen; als Peptid Forschungschemikalie. WADA: nicht spezifisch gelistet (S0 möglich).
Quellen & Studien
- Birk et al. 2013, Laborstudie zur Bindung an Cardiolipin und Stabilisierung der Atmungskette nach IschämieJournal of the American Society of Nephrology
- Thompson et al. 2024, randomisierte Studie TAZPOWER mit 168-wöchiger Verlängerung, Muskelkraft und Gehstrecke bei Barth-SyndromGenetics in Medicine
- Shirley 2026, Übersicht zur ersten Zulassung (beschleunigte US-Zulassung im September 2025 für das Barth-Syndrom)Drugs
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Rechtlicher Status: Viele der im Wiki beschriebenen Substanzen sind in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen oder verschreibungspflichtig. Erwerb, Einfuhr und Besitz können nach AMG bzw. AntiDopG strafbar sein; für Sportler sind viele Substanzen WADA-dopingrelevant. Dieser Eintrag informiert redaktionell und fordert nicht zu Erwerb oder Anwendung auf.
Bildungs- & Harm-Reduction-Information, keine medizinische Beratung. Sprich vor Beginn, Dosisänderung oder bei Nebenwirkungen mit qualifiziertem medizinischem Fachpersonal.