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Mitochondrial

SS-31

Auch: Elamipretide · MTP-131 · Bendavia · Szeto-Schiller Peptide 31 · D-Arg-Dmt-Lys-Phe-NH₂

Cardiolipin-bindendes Mitochondrien-Peptid — schützt die innere Membran, stabilisiert die ATP-Produktion.

Begrenzte EvidenzMitochondriale GesundheitAnti-AgingEnergie & AusdauerKardioprotektion

Wichtige Sicherheitshinweise

  • Keine Langzeit-Humandaten bei Gesunden — sämtliche Sicherheits­daten stammen aus Patientenstudien mit klar definierten mitochondrialen Erkrankungen.
  • MMPOWER-3 (Phase 3, primäre Mitochondrien-Myopathie) verfehlte den primären Endpunkt — Wirksamkeit beim Gesunden ist nicht belegt.

Was ist das?

SS-31 (klinisch Elamipretide, früher Bendavia/MTP-131) ist ein synthetisches Tetrapeptid aus der Szeto-Schiller-Reihe, das selektiv an Mitochondrien-Membranen akkumuliert. Es durchläuft seit über einem Jahrzehnt klinische Studien (Stealth BioTherapeutics) bei primären Mitochondrien-Myopathien, Barth-Syndrom, trockener altersbedingter Makuladegeneration und Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion. Die MMPOWER-3-Studie (primäre Mitochondrien-Myopathie) verfehlte den primären Endpunkt; in offenen Verlängerungsstudien und bei Barth-Syndrom (TAZPOWER) zeigten sich Signale für Muskelfunktion. Trotz Phase-3-Programm ist es weiterhin nicht zugelassen — Research-Compound mit dem mit Abstand besten Datenpaket der „Longevity-Peptide“.

Wie wirkt es?

SS-31 ist polykationisch und reichert sich aufgrund des elektrochemischen Mitochondrien-Potentials 1000–5000-fach in der inneren Mitochondrien-Membran an. Dort bindet es selektiv an CARDIOLIPIN — das doppelschwänzige Phospholipid, das ausschließlich in der inneren Membran sitzt und für die Krümmung der Cristae sowie die Funktion der Atmungsketten-Superkomplexe entscheidend ist. Durch diese Bindung (a) stabilisiert es den Cytochrom-c-Cardiolipin-Komplex (verhindert Cytochrom-c-Freisetzung und damit Apoptose-Auslösung), (b) erhält die Cristae-Architektur, (c) verbessert die Effizienz der oxidativen Phosphorylierung (mehr ATP pro O₂-Verbrauch), (d) reduziert die mitochondriale ROS-Produktion an den Komplexen I und III. Im Gegensatz zu klassischen Antioxidantien wirkt SS-31 also strukturell, nicht durch Radikalfang.

Effekte

Verbesserte mitochondriale Effizienz

Mehr ATP pro Sauerstoff-Verbrauch — in MRS-Studien am Skelettmuskel messbar.

Oxidativer Stress ↓

Senkt mitochondriale ROS-Produktion an der Quelle (Komplex I/III), nicht im Zytoplasma.

Mehr Energie & Ausdauer

Bei mitochondrialer Dysfunktion deutlich; bei Gesunden subtiler, vor allem unter Belastung.

Kardioprotektion bei Ischämie/Reperfusion

In Tier- und frühen Humanstudien (EMBRACE STEMI): reduziert Reperfusions­schäden nach Herzinfarkt.

Anti-Aging-Potenzial

Adressiert mit Cardiolipin-Oxidation einen zentralen Alterungs­mechanismus der Zellenergie.

Was du wann erwarten kannst

  1. Tag 1–7

    Akute Cardiolipin-Stabilisierung

    Mechanistisch sofort; subjektiv meist noch wenig spürbar bei Gesunden.

  2. Woche 2–4

    Energie & Ausdauer

    Erste Verbesserungen, vor allem bei körperlicher Belastung und mitochondrialer Vorbelastung.

  3. Woche 4–8

    Messbare Funktion

    In Studien (Barth, MMPOWER-Extension) traten Funktionsverbesserungen im 6-Min-Gehtest und MRS-ATP-Synthese in diesem Fenster auf.

  4. 3–6 Monate

    Strukturelle Effekte

    Cristae-Stabilisierung und mitochondriale Biogenese kumulieren — langfristige Effekte schwer messbar, aber mechanistisch begründet.

Nebenwirkungen

leicht

Injektionsstellen-Reaktion

Häufigste AE in den klinischen Studien — meist mild und reversibel.

leicht

Sehr gut verträglich

leicht

Milde Kopfschmerzen

Vor allem in der Anfangsphase.

mittel

Datenlage bei Gesunden minimal

Klinische Studien fast ausschließlich an Patienten mit mitochondrialer Erkrankung.

mittel

Phase-3-Daten gemischt

MMPOWER-3 verfehlte primären Endpunkt — keine Garantie für Wirkung beim Gesunden.

Gut kombinierbar mit

Häufige Fragen

Warum gibt es SS-31 nicht als Kapsel?

Tetrapeptide mit polykationischer Ladung haben praktisch null orale Bioverfügbarkeit (Magensäure, Peptidasen, schlechte Resorption). Es laufen Forschungen zu intranasalen und inhalativen Formulierungen, aber subkutan ist derzeit der einzig praktikable Weg.

Worin unterscheidet sich SS-31 von MOTS-c?

SS-31 SCHÜTZT bestehende Mitochondrien strukturell (Cardiolipin, Cristae, Cytochrom-c) — es macht keine neuen. MOTS-c ist ein endogenes mitochondrial encoded peptide, das via AMPK Biogenese, Insulinsensitivität und metabolische Flexibilität anstößt. Daher Synergie: MOTS-c baut auf, SS-31 erhält.

Lohnt sich SS-31 für gesunde, junge Anwender?

Ehrlich: unklar. Phase-3-Daten waren bei Patienten mit Mitochondriopathie gemischt, Daten bei Gesunden gibt es nicht. Wer mitochondriale Vorbelastung hat (chronische Fatigue, post-virale Erschöpfung, Ausdauer-Hochlast) hat den plausibelsten Use-Case. Für „mehr Energie bei jungem Stoffwechsel“ ist die Datenlage zu dünn, um es zu rechtfertigen.

Bildungs- & Harm-Reduction-Information, keine medizinische Beratung. Sprich vor Beginn, Dosisänderung oder bei Nebenwirkungen mit qualifiziertem medizinischem Fachpersonal.

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